Tipps & Tricks

Silvesterfeuerwerk


Mit Silvester ist es wie mit Weihnachten.
Es kommt unverhofft und schneller, als man denkt.


Bevor wir uns aber der ausgelassenen Vorfreude über das Silvesterfeuerwerk für das zu Ende gehende Jahr hingeben, sind ein paar Gedanken über die damit verbundenen Möglichkeiten und Gefahren hilfreich.
Nicht jeder darf alles was schön, bunt und laut ist, auch kaufen und anwenden. Hier ein kleiner Überblick über die Möglichkeiten.


Feuerwerke für Vergnügungszwecke werden in folgende Klassen eingeteilt:

 

Kategorie Zugelassen ab Beispiele
1 12 Jahre Jugendfeuerwerk, bisher Klasse 1
2 18 Jahre Kleinfeuerwerk, bisher Klasse 2
3 18 Jahre Mittelfeuerwerk, früher Gartenfeuerwerk
4 21 Jahre Großfeuerwerk, nur professionelle Anwender

 

Feuerwerke für sogenannte technische Anwendungen werden wie folgt eingeteilt:

 

Kategorie Zugelassen ab Beispiele
T1 18 Jahre Szenische Pyrotechnik für Film und Theater
T2 21 Jahre Nur für professionelle Anwender in Film und Theater
P1 18 Jahre Pyrotechnische Gegenstände für Automobilindustrie und Sonderanfertigungen
P2 21 Jahre Sonstige pyrotechnische Anwendungen mit höherem Gefährdungsgrad als P1

 

Klingt schrecklich bürokratisch, ist es auch.
Was bedeutet dies nun für den Anwender, der einfach nur seinen Spaß haben möchte?


Feuerwerk der Kategorie 1 kann jedermann jederzeit im Fachhandel erwerben. Also zum Beispiel auch bei uns.
Dieses sogenannte Feuerwerksspielzeug ist relativ harmlos und wird gerne für private Feiern genutzt. Hierunter fallen zum Beispiel Bodenkreisel, kleinere Leuchtfontänen, kleinere Vulkane und natürlich Knallerbsen, kleine Wunderkerzen, bengalische Fackeln und Tischfeuerwerk.

Ebenfalls grundsätzlich das ganze Jahr über für jeden käuflich sind die sogenannten technischen pyrotechnischen Effekte der Kategorie T1. Da diese aber ausschließlich für Film und Theater (oder vergleichbare Einrichtungen) bestimmt sind, ist neben dem Altersnachweis auch ein Nachweis dafür erforderlich, dass diese Effekte für eine bestimmte Bühnenveranstaltung bestimmt und (gemäß dem jeweiligen Versammlungsgesetz) ihre Verwendung angemeldet und genehmigt ist.


Soll es etwas mehr sein (und an Silvester ist das meistens der Fall) müssen Feuerwerkskörper der Kategorie 2 her.
Hierunter fallen eine Vielfalt an mehrschüssigen Feuerwerksbatterien, die bereits eine Effekthöhe von bis zu 50 Metern erreichen können. Dazu zählen natürlich auch die beliebten Raketen, die es in allen Variationen gibt und die eine gleichwertige, teilweise sogar höhere Schusshöhe erreichen.


Alles andere darf man halt nur mit der entsprechenden Feuerwerker-Lizenz anwenden.
Ohne diese Lizenzen oder mit einer Ausnahmegenehmigung dürfen das ganze Jahr über nur die angeführten Artikel der Kategorie 1 verwendet werden und die beliebten Feuerwerkskörper der Kategorie 2 sogar an Silvester nur in der Zeit von 18.00 Uhr bis Neujahr 01.00 Uhr.
Und das gilt immer, unabhängig davon, ob es sich um eine öffentliche oder eine private Veranstaltung handelt, sogar dann, wenn das Abbrennen auf einem privaten Grundstück erfolgen soll.
Sehr schnell ist man ansonsten mit einer Ortssatzung, dem Strafgesetzbuch oder dem Bundesemissionsschutzgesetz in Konflikt geraten. Und das kann sehr teuer werden. Besser Sie lassen sich zuvor von uns oder einem Kollegen beraten.

 


Und nun zur praktischen Anwendung.
Vor der Anwendung sollte man unbedingt die Gebrauchsanweisung lesen.
Klingt für manch einen lächerlich (nach der bisherigen Erfahrung !!!), hat aber seinen guten Grund.
Auf allen Verpackungen steht so etwas wie ein einzuhaltender oder empfohlener Sicherheitsabstand. Gemeint ist damit der
Abstand von dem brennenden Feuerwerkskörper zu den umstehenden Menschen oder feuergefährdeten Objekten.
Damit hält sich der Hersteller für den Unglücksfall fein raus. In der Praxis berücksichtigt das besonders an Silvester kaum jemand. Steht auf der Verpackung dann 20 Meter, sollte man sich überlegen, warum ein derartiger Abstand angegeben ist.                    Es könnte ja doch einmal …..
Letztendlich trägt dann der Anwender die alleinige Verantwortung – und etwaige Folgen.

 

Raketen niemals aus der Hand abbrennen, Könnte sonst leicht passieren, dass dies zu bösen Verbrennungen führt. Immer eine schwere Sektflasche oder ein standfestes Metallrohr verwenden. Leichte Flaschen könnten umfallen und der Schuss geht nicht nach oben, sondern nach der Seite los. Bierflaschen oder Weinflaschen sollten nur verwendet werden, wenn sie in einem stabilen Kasten stehen. Grundsätzlich sollten alle Feuerwerkskörper auf einem festen Untergrund (z.B. Pflastersteine oder Beton) stehen. Ist dies nicht gegeben, benutzen Sie breite Bretter, Wegplatten oder bauen Sie eigene Abschussgestelle. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Halten Sie beim Anzünden eines Feuerwerkskörpers niemals eine Hand oder gar Ihren Kopf über den Feuerwerkskörper. Dies gilt auch bei vermeintlichen Blindgängern. Löst ein derartiger Effekt nicht aus, lassen Sie ihn bitte ca. 15. Minuten stehen. Mancher Effekt hat sich schon als ausgesprochener Spätzünder erwiesen! Anschließend in einem Wassereimer vorsorglich entsorgen und nicht erneut anzünden. In der Regel ist jetzt bereits die Zündlitze deutlich kürzer und der Effekt kann beim Anzünden schon hochgehen. Hüten Sie sich auch aus diesem Grund davor, die jeweilige Anzündlitze zu kürzen um den Effekt schneller zu zünden!


Nach dem Anzünden von Batterien oder Raketen schnell genug entfernen, mindesten sechs bis acht Meter. Gebrauchsanweisung beachten ! Auch Berufsfeuerwerkern ist schon so manche Batterie, Rakete oder eine Bombe wörtlich um die Ohren geflogen.
Auch Böller daher nach dem Anzünden sofort wegwerfen. Aber bitte nicht in die nächste Menschenmenge oder unter ein Auto.

Entzünden Sie Tischfeuerwerk niemals auf brennbaren Unterlagen. Stellen Sie sicherheitshalber einen Teller oder eine Platte darunter.
Verzichten Sie darauf, billige Import-Feuerwerke zu kaufen. Auch nicht im Internet. Auch wenn sie dort oft deutlich billiger sind.
Oft handelt es sich um illegale Grauimporte, die in Deutschland nicht verwendet werden dürfen. Nicht nur die Qualität kann schlechter sein, auf alle Fälle stimmen hier die Sicherheitsbestimmungen nicht. Die Gefahr beim Umgang mit derartigem Material ist deutlich höher ein zu stufen.


Nicht umsonst werden bei derartigen Prüfungen bis zu 40 % der eingereichten Effekte von der BAM wegen Sicherheitsmängel abgelehnt. Qualitätsprodukte erkennt man an dem Prüfzeichen der BAM, der deutschen Bundesanstalt für Materialprüfung.
Ein Prüfzeichen lautet zum Beispiel: BAM – P II – 1912. BAM steht für Bundesanstalt für Materialprüfung, P II steht für Feuerwerkskörper der Kategorie 2 und die Zahl gibt die jeweilige Prüfnummer an.

 


Elektrische Zündungen:
Berufsfeuerwerker zünden ihre Effekte nicht mit der Hand, sondern elektrisch.
Auch für den Privatanwender gibt es seit einiger Zeit kleine, preiswerte Infrarot-Zündanlagen. Diese sind speziell für den
Hobbyanwender entwickelt, einfach zu bedienen und sicher. Bis zu 5 Effekte können damit gleichzeitig gezündet werden was zu
bisher nie erreichten Feuerzeiten bei einem Privatfeuerwerk führt.
Sie garantieren auf alle Fälle einen ausreichenden Sicherheitsabstand zu den Feuerwerkskörpern. Und macht es nicht auch
Spaß, einmal wie ein richtiger Feuerwerker seine Effekte auf zu bauen und ab zu brennen?
Auch der Gesetzgeber trägt dem Rechnung.
Mit derartigen Zündanlagen verbundene Feuerwerkskörper der Kategorie 2 (Silversterfeuerwerk) verlieren dadurch nicht ihren Status und bleiben auch weiterhin für jedermann anwendbar.


Fragen Sie uns, wenn Sie so etwas suchen.
Wir helfen Ihnen gerne weiter.

 

 

Feuerwerk ganzjährig selbst abbrennen, darf man das ?

Sie sind ein Tatmensch und haben Spass daran, Ihr eigenes Feuerwerk nicht nur an Silvester ab zu brennen?

Das dürfen Sie !

Allerdings müssen Sie dabei ein paar wichtige Kleinigkeiten beachten.

So bedarf es grundsätzlich einer Sondergenehmigung der zuständigen Gemeinde, in der Regel durch das Ordnungsamt.

Sie müssen mindestens 18 Jahre alt sein.

Nicht geschossen werden darf in der Nähe von Kinder- und Altersheimen, Krankenhäusern, Kirchen , Reet- und Fachwerkhäusern! An Bahnlinien, Hochspannungsmasten, an Flüssen oder in der Einflugschneise von Flughäfen, sowie in der Nähe von besonders brandempfindlichen Gebäuden oder Anlagen gibt es erhebliche Einschränkungen.

Auch ist nicht jede Gemeinde bereit, eine solche Ausnahmegenehmigung zu erteilen oder sie wird mit nicht unerheblichen Auflagen verbunden. So kann es dann durchaus passieren, dass für Ihr Feuerwerk eine (kostenpflichtige) Brandwache der Feuerwehr angeordnet wird. Auch kann eine entsprechend hohe Haftpflichtversicherung gefordert werden. Die übliche (private) Haftpflichtversicherung genügt in der Regel nicht, da das Abbrennen von Feuerwerken außerhalb von Silvester hierin in der Regel nicht eingeschlossen ist.

 

Einen Anspruch auf eine Ausnahmegenehmigung gibt es nicht.

Hüten Sie sich davor, ein privates Feuerwerk ohne Ausnahmegenehmigung abzubrennen. Dies kann eine recht teure Anzeige nach sich ziehen. Sollten Sie hierbei gar einen Schaden anrichten, hilft Ihnen auch Ihre private Haftpflichtversicherung nicht.

Im Übrigen sollten Sie auch für ein genehmigtes Feuerwerk eine gute und ausreichende Haftpflichtversicherung haben. Eine angekokelte Hauswand oder eine Autoneulackierung ist recht teuer.

 

Sollten Sie diese Hindernisse jedoch nicht schrecken, so können Sie sich an dieser Stelle einen Antrag auf Ausnahmegenehmigung herunterladen.

Sind Sie in den Besitz einer Ausnahmegenehmigung gekommen, können Sie diese gerne bei uns einreichen. Mit dieser Genehmigung sind Sie in der Lage, auch außerhalb von Silvester pyrotechnische Gegenstände der Kategorie 2 (Silvesterfeuerwerk mit BAM-Prüfnummer) zu kaufen. Diese Ausnahmegenehmigung gilt jedoch nur für den einen, beantragten einzigen Fall !

Bitte beachten Sie, dass Sie in einem solchen Fall Ihr Feuerwerk nicht aus einem Sortiment im Supermarkt aussuchen und direkt mitnehmen können. Ihre Effekte weden extra für Sie bestellt und benötigen daher eine gewisse Lieferzeit.

Beachten Sie aber auch, dass der Versand von Feuerwerkskörpern ein sogenannter Gefahrgutversand ist, der mit zusätzlichen Kosten zu berechnen ist. Die Höhe dieser Kosten richten sich nach dem Umfang der Lieferung und können daher stark variieren. Auch ist der Versand an den Transport durch bestimmte Dienstleister gebunden. Zweckmäßig ist es daher, die Feuerwerkskörper bei einem Pyrotechniker in Ihrer Nähe persönlich ab zu holen. Sie erhalten nicht nur Ihre Ausnahmegenehmigung sofort zurück, sondern sparen auch zusätzlich Geld.

Sie wissen noch nicht, welche Effekte Sie schießen möchten?

Fragen Sie einfach uns. Holen Sie sich einen kleinen Vorgeschmack aus unserer Angebotsliste für den Verkauf.

 

Bitte beachten Sie, dass die von den Herstellern angegebenen Sicherheitsabstände unbedingt einzuhalten sind !

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